Netzwerk illegaler Online-Casinos im Fokus: Bericht enthüllt Verbindungen zu Soft2Bet
Tina Hartmann · Jul 31, 2026

Netzwerk illegaler Online-Casinos im Fokus: Bericht enthüllt Verbindungen zu Soft2Bet

Ein investigativer Bericht des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit Investigate Europe deckt ein Netzwerk von rund 120 unzulizenzierten Online-Casino-Seiten auf, die gezielt deutsche Nutzer ansprechen, obwohl sie keine erforderlichen deutschen Lizenzen besitzen, und diese Aktivitäten stehen in direkter Verbindung zum in Zypern sowie Malta ansässigen Unternehmen Soft2Bet sowie dessen Gründer Uri Poliavich, der laut durchgesickerten Dokumenten zwischen 2020 und 2024 über 600 Millionen Euro aus diesen Operationen erwirtschaftet haben soll, während Similarweb-Daten allein im Mai 2026 etwa 8 Millionen Aufrufe aus Deutschland für die mit Soft2Bet verknüpften Seiten verzeichnen.
Hintergründe der gemeinsamen Recherche
Der Bayerische Rundfunk arbeitete mit Investigate Europe zusammen, um die Strukturen dieses Netzwerks zu analysieren, und die Ergebnisse zeigen, dass die betroffenen Plattformen ohne Genehmigung nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag operieren, während sie Werbung und Zugang speziell auf den deutschen Markt ausrichten, was zu einer erheblichen Reichweite führt und durch die Analyse von Serverstandorten sowie Zahlungsströmen nachgewiesen wurde.
Beobachter stellen fest, dass die Seiten häufig über internationale Hosting-Dienste laufen und dennoch auf deutsche IP-Adressen ausgerichtete Inhalte anbieten, wodurch sie den regulatorischen Anforderungen entgehen, doch die Recherche nutzte öffentlich zugängliche Daten sowie interne Dokumente, um die Verbindungen klar darzulegen.
Die Rolle von Soft2Bet und Uri Poliavich
Soft2Bet mit Sitz in Zypern und Malta fungiert als zentrale Einheit hinter den Plattformen, und Uri Poliavich wird als Gründer genannt, der über geleakte Unterlagen mit Gewinnen in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro zwischen 2020 und 2024 in Verbindung gebracht wird, wobei diese Summen aus den nicht lizenzierten Angeboten stammen und durch Transaktionsanalysen sowie Umsatzberichte untermauert sind.
Die Ermittler fanden heraus, dass die Firmenstruktur mehrere Tochtergesellschaften umfasst, die Casino-Software und Marketing-Dienste bereitstellen, was es ermöglicht, die 120 Seiten als Teil eines koordinierten Systems zu betreiben, und diese Organisation erlaubt es, Nutzer aus Deutschland trotz fehlender Zulassung anzusprechen.

Reichweite und Nutzerdaten im Mai 2026
Similarweb erfasste im Mai 2026 etwa 8 Millionen Aufrufe aus Deutschland für die mit Soft2Bet verbundenen Seiten, und diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß der Zielgruppenansprache, während die Plattformen durch gezielte Suchmaschinenoptimierung und Werbekampagnen Besucher gewinnen, die ohne Lizenz operieren und damit gegen geltende Vorschriften verstoßen.
Die Daten zeigen zudem, dass die Traffic-Spitzen mit bestimmten Marketingmaßnahmen korrelieren, was die systematische Ausrichtung auf den deutschen Markt unterstreicht und durch vergleichende Analysen mit lizenzierten Angeboten weiter bestätigt wird.
Auswirkungen auf den deutschen Markt
Deutsche Behörden prüfen die Konsequenzen dieser Enthüllungen, und die fehlenden Lizenzen führen zu potenziellen rechtlichen Schritten gegen die Betreiber, während die hohen Besucherzahlen die Herausforderungen bei der Durchsetzung des Glücksspielstaatsvertrags verdeutlichen, der klare Regeln für Online-Angebote festlegt.
Experten verweisen auf die Notwendigkeit internationaler Kooperation, da die Firmensitze in Zypern und Malta liegen, und ähnliche Fälle haben gezeigt, dass grenzüberschreitende Ermittlungen erforderlich sind, um solche Netzwerke effektiv einzudämmen.
Zusammenfassung
Der Bericht des Bayerischen Rundfunks und von Investigate Europe liefert detaillierte Einblicke in ein Netzwerk von 120 unzulizenzierten Casino-Seiten, das mit Soft2Bet und Uri Poliavich verbunden ist und über 600 Millionen Euro Gewinn zwischen 2020 und 2024 generierte, wobei 8 Millionen deutsche Aufrufe im Mai 2026 registriert wurden, und weitere Entwicklungen in diesem Bereich werden von den zuständigen Stellen verfolgt. Bayerischer Rundfunk Bericht